Es gibt ja für alles einen Tag. Tag des Baumes, des Kindes, der Frau und so weiter. Hiermit möchte ich jetzt auch mal einen Sondertag einführen:
Den Tag der Pfandflasche
Ich darf mich mit Fug und Recht als Pfandflaschen-Messi bezeichnen - ich kann ja nicht viel, aber Flaschen sammeln, das geht. Egal ob Auto, Büro oder Balkon: Ich krieg den Scheiß verstaut.
Es wird mir aber auch nicht leicht gemacht. Am Wochenende sind immer Leute hier. Da bringt dann jeder nen Sixpack mit und selbst wenn nur fünf Leute kommen hat man rutzbutz 30 Flaschen zusammen die so auffen Tisch stehen. Am Samstag, dem Day after, bin ich ja ein großer Freunde der ‘Aus den Augen, aus dem Sinn‘ Technik. Also ab auf den Balkon… da stört es keinen. Fleissig wie ein Eichhörnchen sammel ich dort also die Flaschen und alle paar Monate wird der Scheiß weggebracht.
Am Samstag musste ich einen Freundschaftsdienst für Frau K. machen. Die wollte am Samstagabend eine Party feiern und hatte auch fleissig ihre Flaschenvorräte vorher gesammelt. Ob ich ihr helfen könnte: Alten Scheiß wegbringen, neue Gerstenbrause holen. Klar, mach ich,ich bin ja nen netter.
Also erstmal 9 Kisten Bier und 94 Einzelfalschen in den Real gebracht. Irgendwie sieht man ja schon nen bisschen aus wie nen Penner mit soviel Leergut. Naja, Augen zu und durch.
Ich kam dann also schon leicht gestresst nach Hause und war eigentlich wenig erpicht meine heimischen Flaschenvorräte wegzubringen - ich hatte das Gefühl dass ich mein Tagessoll an körperlicher Leistung schon mehr als erfüllt hätte. Es ist schliesslich Samstag! Da meine Mitbewohnerin mich jedoch totgeschlagen hätte (zu Recht) wenn ich die Flaschenwegbringung abgesagt hätte, blieb mir wohl nichts anderes übrig.
Also ab in den Extra. Dort zuerst Automat Eins gesprengt (nach lächerlichen 40 Flaschen war das Teil schon voll) und dann eine schöne Schlangenbildung hinter Automat Zwei forciert.
“Freunde findest du hier heute nicht mehr, an diesem unheiligen Ort” hab ich nur gedacht als ich hinter mich geguckt habe. Naja, 170 Flaschen brauchen halt ihre Zeit wenn man die einzeln einwerfen muss… Zeit scheint etwas zu sein, was die Leute hinter mir jedoch nicht in ausreichenden Maße mitgebracht hatten. Auf jeden Fall guckten alle nicht so begeistert.
ich bin jetzt erstmal froh dass der Balkon leer ist und verspreche hiermit feierlich das Leergut regelmässiger wegzubringen.

2 Kommentare
Einmal jährlich zu Weihnachten ist auch regelmäßig…
Btw: Wäre es nicht einfacher gewesen, die Flaschen zu einem _herkömmlichen_ Getränkemarkt zu bringen? Selbst ne Aushilfskraft ist schneller als son blöder Automat.
Das kenne ich. Wir haben in unserer Werkstatt (ist eher ein riesiger Hobbyraum) auch immer fleißig gefeiert und das eine odere andere Bierchen getrunken. Ans wegbringen hat natürlich keiner gedacht. Es reicht 270 Einzelflaschen Bier in den Automaten zu stopfen und schon brauchst Du dich in den Laden nicht mehr sehen lassen.
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