Markus, es geht doch nicht darum dass dieses Album jetzt kostenlos war.
Natürlich werden die folgenden Alben Geld kosten und natürlich werden auch die Konzerte weiterhin Eintritt kosten (der Mann hat ja auch nen par Megawat Bühnenshow, ne Band usw.) . Der Mann verdient ja sein Geld damit (und mit Sicherheit verdient er mehr als wir beide).
Das tolle an dieser Aktion ist: Es ist das zweite Album das Reznor jetzt herausgebracht hat ohne dass er noch einen Plattenvertrag hat. Er war ja vorher bei Warner oder so unter Vertrag und fand dort die Preise zu hoch. (Da die ja auch weiterhin die Rechte an den alten Liedern haben kann er die auch nicht veröffentlichen.)
Die ganzen unveröffentlichen Lieder die er noch in der Schublade hatte, hat er direkt nach seinem Vertragsende releast. Das Album hat er für 5 $ verkloppt (36 Lieder also mehr als nur eine CD) und nen paar Limited Editions (so mit Unterschrift und Zauberkrams dabei) für die Hardcore Fans für mehr Geld.
Da jetzt der Mittelsmann Musiklabel fehlt und er die Musik direkt vertreibt kann er das ganze für weniger Geld verkaufen. Er hat unterm Strich das gleich bzw. wahrscheinlich mehr über und der Fan bekommt es billiger.
Dann sind alle neuen Lieder von ihm konsequent unter CC. Du darfst sie privat weitergeben (auch das 5$ Album) und du darfst sie auch offiziell nutzen in Podcasts und so. Du kannst dir unter Remix.nin.com sogar die ganzen Masterspuren runterladen (für z.B. Garageband) und dann die Lieder/Spuren verwursten wie du lustig bist.
Du magst das als Abzocke/Geldscheffelanfeuerungsmaschine ansehen, ich finde dass ist ne äusserst faire Geschichte für beide Seiten.
Wenn dass mehrere große Künstler machen würden wäre das meiner Meinung nach ne feine Sache.
Und zum Thema Musiker und Geldverdienen: Es ist nichts neues dass das Geld für die Musiker über die Konzerte kommt.
Und zum Thema OpenSource und wer die Rechnungen bezahlt: Durch jeden kostenlosen Markt ergibt sich ein kostenpflichtiger. Wir beide nutzen Opensource Software und verdienen zu 90% damit unsere Brötchen. Wäre das Internet so populär und würde es soviele Seiten geben (und wären wir vollbeschäftigt) wenn die grundsätzliche Software wie PHP, Java und HTML kostenpflichtig wäre? Wohl kaum.
Wenn es keine kostenlosen Blogsysteme wie Wordpress oder so geben würde, wären Blogs jemals populär geworden und hätte jemals ein Firmenkunde von euch gefragt ob ihr auch nen Blog in seine “Webseite bauen könnt”? Wohl kaum - so aber mal nen paar Scheine durch sowas gemacht. Mod Rewrite - schöne Urls. Gibts kostenlos beim Apache, und is damit populär geworden. Sei ehrlich, das kostet auch nen paar Mark mehr und nennt sich dann Suchmaschinenoptimierung.
Woher nimmst du die Ideen für euer CMS? Da haben dich mit Sicherheit auch kostenlose CMSe inspiriert. Zack nen neues Feature das die Verkäufe ankurbelt. Auch die kostenlose Märkte schaffen Arbeit indem sie Sachen populär machen. Firmen (und die bezahlen die meisten Rechungen) werden immer für Leistungen bezahlen.
Ich bin ja weiß Gott kein Opensource Heini und will alles kostenlos, aber man muss keine Angst davor haben.

4 Kommentare
Du hast da nur halb recht - von Konzerten wirklich leben können nur die Leute, die auch richtig ordentliche Eintritte verlangen. Kleine Bands brauchen die Einkünfte über kostenpflichtige Platten/Downloads - du weisst ja auch, für welche minigagen zum Teil Bands über den Teich kommen, davon geht auch noch eine heutzutage derbe Künstlersteuer ab.
Wird schwer, für eine junge Band Geld zu verdienen, wenn die Großen ihre Aufnahmen aus Promogründen für lau unters Volk werfen.
Auch eine kleine Band verdient 500 Euro am Abend (kleine Band heißt wirklich klein!. Ich habe vor 10 Jahren schon 500 Mark pro Abend bekomme und ich habe nie in riesigen Bands gespielt) und die kommen auch nicht für ein Konzert nach Deutschland - das wird sich schon für die rechnen.
Als kleine Band hat man noch nie den großen Reichtum gemacht. war vorher so, wir dimmer so sein.
Und ob die Künstler Musik günstiger weggeben und die Rechte für den Konsumenten freier gestalten oder ob immer mehr DRM und Beschneidungen dass ich dir nicht mal ne CD leihen darf gemacht werden und die Leute sich die Musik nur ncoh ilegela holen….nee, da find ich den Weg schon besser.
Ich finde dass is doch mal schön dass ein Künstler der mit Sicherheit noch mehr Millionen machen könnte einfach mal Sachen günstiger weggibt und dir auch Sachen erlaubt damit zu machen.
IS doch ne nette Sachen dass du die Lieder in deinem Podcast verwursten darfst - darf er dass jetzt nicht machen weil er zu groß ist? Dürfen nur kleine Bands Sachen verschenken?
Lieber Sven, die Sache hat zwei Seiten:
Erst einmal ist das kein Medienwandel sondern das aufspringen auf einen längst fahrenden Zug! … Zum Beispiel:
- unser Kunde Volker Rosin, ein Kinderlieder-Sänger aus Düsseldorf, hat schon vor Jahren Lieder über seine Website verschenkt.
- Autoren und Manufakturen nutzen das Internet seit Bestehen als Direkt-Vertriebs-Instrument.
- Werbegeschenke sind ein alter Hut
Dies ist keine Revolution! Und wenn das was die NIN hier machen von der Bloggeria als solche verkauft wird, dann ist das schlicht falsch!
Herr Reznor rennt hier einem Trend hinterher, denn die „Kleinen“ schon lange praktizieren. Hier werden Lorbeeren geerntet, die andere gesät haben. Aus einer sehr bequemen Position heraus. Ich mag so etwas nicht.
Es gibt seit Jahren kostenlose DRM-freie MP3s die du problemlos in Podcasts verarbeiten darfst. Warum jubelt darüber keiner?
Dazu: “Und ob die Künstler Musik günstiger weggeben und die Rechte für den Konsumenten freier gestalten [...]“.
Nochmal: Das kann man schön machen, wenn man die Millionen auf dem Konto hat. Wenn man aber davon leben muss, von jedem einzelnen Song, den es für 1 Euro im iTMS (oder sonstwo) gibt, überlegt man es sich zweimal, ob man dem Diebstahl (und „Saugen“ ist nichts anderes, ganz egal, hinter welchem Anbieter man sich versteckt. Auch napster.de ist hier nur eine Ausrede aber kein Ausweg
Einhalt gebietet. Mein Physik-Lehrer hat mal gesagt: „So lange es Schlüssel gibt, gibt es keine Freiheit.“ Ich sage: „So lange es Diebe gibt, gibt es Schlüssel.“
“Das kann man schön machen, wenn man die Millionen auf dem Konto hat.” Was wäre die Alternative? Noch mehr Millionen verdienen?
Danke auch für den Artikel, Sven. Ich bin mit Markus kapitalistischer Haltung mal überhaupt nicht einverstanden.
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